Marco Jonas Jahn

Autor, Bühnenpoet & Workshopleiter

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Slam2010 Poetry Slam - myslam.net

HappyEnd für die Väter

19.08.2010

Legoland Duisburg. Die Vorstellung eines ungeheuer großen Geländes mit Milliarden von Legosteinen, die die Besucher verbauen können, habe ich im Gepäck. Außerdem den ungebrochenen Spieltrieb eines großen Kindes, das endlich mal zwei gutbewaffnete Lego-Heere je 300-Mann-Stark aufeinanderprallen lassen möchte. Da geht sich die ansonsten dogmatisch pazifistische Grundhaltung doch mal zwei Stündchen einen Fencheltee trinken. Eine pazifistische Grundhaltung lässt sich in den Gesichtern der vielen anderen Väter, die mir an diesem verregneten Ferien-Mittwoch im Legoland begegnen, nicht ansatzweise erahnen. Wilde, hungrige Augen lechzen nach der Möglichkeit, sich legitim gehen lassen zu dürfen, suchen die Räumlichkeiten nach dem Ticket zurück in die Kindheit ab. Jetzt und hier noch mal mit all den Steinen was wirklich Großartiges erschaffen, was ihnen als Kindern aufgrund der mangelnden Lebenserfahrung niemals hätte so gut gelingen können – doch lange Zeit bleiben sie mit ihren Familien nur Beobachter. Gucken, aber nicht anfassen. Bestaun-, aber nicht bespielbar. So schleppen sich die Kerle mürbe werdend durch Drachenburg und Piratenschlacht, durch Fabrik und Dschungel-Abenteuer – ohne die geringste Gelegenheit, aktiv werden zu können. Doch grade als das Feuer des Spieltriebes zu erlischen droht, werden neben dem Café, kurz vorm Ausgang doch noch ordentlich glühende Kohlen geschippt. Da ist es: Das Test-Center für Racer. Konstruiere deinen eigenen Rennwagen und lasse ihn auf der Rennstrecke gegen andere antreten. Was für ein Hallo: Pappis noch und nöcher mit hochgekrempelten Hemdsärmeln und abgelegten Pullis konstruierten sich die Köpfe rot. Schweißperlen auf der Stirn, das Haar zerzaust und immer mit einem Auge den Nachbarn auf die Finger schauend. Denn, wenn der Erzeuger sich höchstpersönlich ins Getümmel stürzen darf, dann will er auch Wettbewerb, dann will er einen Racer, der den Racern der anderen Daddys davonraced. Dann will er gewinnen, dann fährt er die Ellbogen aus und schreckt nicht davor zurück dem Siebenjährigen am Konstruktionstisch nebenan das benötigte Kleinteil für einen aerodynamische Radabstandshalter aus den schwitzigen Fingern zu reißen. Dann nimmt er in Kauf, dass der fertig gestellte Rennwagen im Gesicht des 3jährigen landet, der grade an der Rampe vorbeilief – denn entscheidend ist, dass der Racer die Rampe geschafft hat. Happy End!

Geschockt

26.07.2010

Ich hatte mal ein T-Shirt, auf dem geschrieben stand „I like Techno unplugged“. Daneben die Abbildung eines aus der Steckdose gezogenen Stromkabels. Ich ging damit in wilderen Zeiten auf Mallorca in die Discos und wurde nicht selten angefeindet. Ich stehe auf Gitarren, auf von Hand gespielte Bässe und Drums und mag Musik mit Gesang, der diese Bezeichnung definitiv nicht verdient. Ich habe von Beginn an, am Computer erzeugte Aneinanderreihungen von Geräuschen abgelehnt und sowohl das Prinzip als auch die Faszination der bzw. für die Elektro-Djs nie begriffen. Ich liebe halt seit jeher Metal und bin – was Musik angeht – auch nicht besonders tolerant. Ich war demnach noch nie auf einer Techno-Veranstaltung, kenne vielleicht eine Hand voll Leute, die darauf abfahren und kann mit dem ganzen Kram echt überhaupt nichts anfangen. Doch als ich am Samstag über das Radio die Nachricht bekommen habe, was sich in Duisburg abgespielt hat und zu diesem Zeitpunkt noch immer abspielte, war ich völlig geschockt und empfand Trauer. Seitdem fühle ich mit den betroffenen Menschen und einer Szene, die dieses Ereignis nicht wieder loslassen wird. Das lag und liegt nicht nur an meiner Ruhrgebietsherkunft oder der Nähe dieses Ereignisses. Es ist diese Sinnlosigkeit, die in dieser Tragödie steckt – unnötiger können Menschen nicht ums Leben kommen. Es hat schon seine Gründe, dass das Full-Force-Festival nicht im Düsseldorfer Volxgarten stattfindet und das Niederrhein-Stadion in Oberhausen niemals Austragungsort eines Fußball-WM-Endrundenspieles sein wird.

„Auberginen!“

19.07.2010

Dies ist seit Sonntag der würdige Nachfolger auf die legendäre 42, die Antwort aller Fragen. „Was ist denn das Weiße da?“, war zwar die einzige Frage, auf die jene Antwort ständig gegeben werden musste – dafür wurde sie einige hundert Male gestellt. Aber von vorne: So um kurz nach halb zehn am Sonntagmorgen versuche ich, zu Fuß die A40 über die Auffahrt Mülheim-Styrum zu betreten. Das ging theoretisch, denn es war ja Still-Leben angesagt, also keine Autos, sondern Volxfest. Na, jedenfalls ging es dann doch nicht so leicht, denn eigentlich war für die Öffentlichkeit erst um 11h Eintritt und der Mann an der Auffahrt mit Funkgerät und wichtigem Gesicht wollte mich ohne Akkreditierung nicht rein lassen. „Ich soll aber um 10h an dem Stand sein“, erklärte ich und versuchte ihm mit einer Mischung aus Bedeutsamkeit und Verzweiflung zu begegnen. Was ich denn wo machen würde, wollte er wissen. Ich erzählte ihm wahrheitsgemäß Folgendes: „Ich muss zu Block 13, wo ganz viel Gemüse aufgebaut ist und ich trage da dann beim Gemüse Gedichte vor.“ Er musterte mich und entschied, dies klänge so schräg, das könne ich mir unmöglich ausgedacht haben. Somit durfte ich so gegen 10h vor den meisten anderen zwei bis drei Mio. Menschen die A40 betreten und GEHEND etwa zwei Kilometer zurücklegen. Das war wirklich ziemlich abgefahren und vielleicht muss man aus dem Ruhrgebiet sein oder dort leben oder beides, um das konkret einordnen zu können. Die Route66 im Pott und ich latsche da so einfach lang – in beiden Richtungen nichts als Tische und Stille und dann – Gemüse! Ja, das war echt ein irrer Blickfang. Unmengen an Tomaten, Gurken, Paprika und eben Auberginen waren in 5stündiger Arbeit zu einer riesigen Tafel arrangiert worden, die dann ab 11h zu regelmäßigen Staus auf der Fahrradspur führte und an der kein Fußgänger vorbei gehen wollte. An diesem Stand habe ich dann tatsächlich im 30-Minuten-Takt mit dem geschätzten niederländischen Dichter-Kollegen Daan Doesborgh Gedichte vorgetragen – nicht über Gemüse, aber doch an das Gemüse, welches sich in dem gigantischen Rummel als der konstanteste Zuhörer erwies. Was soll’s, wir wurden somit zu echten Asphalt-Poeten und zu unfreiwilligen Auberginen-Experten, die – wenn auch einsilbig - bereitwillig Auskunft gaben: „Auberginen!“

Termine verstanden!

12.04.2010

Ein paar weitere Sonnenaufgänge mussten ins Land gehen bis ich das Eintragen von Terminen durchschaut habe. Ab jetzt könnt ihr aber auch Termine hier finden. Um die Seriösität dieses Internets-Auftritt nicht zu gefährden, habe und werde ich meine Termine nach und nach unter der Rubrik "Termine" eintragen. Ich bin also auf dem besten Wege, ein echter Netz-Profi zu werden...

Endlich

22.03.2010

Na also, geht doch. Meine Homepage ist online! Da ist man ja direkt ein anderer Mensch - so ständig präsent sein, ohne dass es unbequem wird... ein tolles Gefühl. Fühle mich so richtig exklusiv mit meiner eigenen Homepage und bin damit auch in guter Gesellschaft - mit mehreren anderen Millionen Menschen...